Ein digitales Testament für Ihre Passwörter

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie im Laufe Ihres Lebens Vermögen und andere Investitionen erwerben werden, für die Sie im Falle Ihres Ablebens Vorkehrungen treffen müssen. Vielleicht gibt es auch Kinder, Ehepartner oder andere nahestehende Personen in Ihrem Leben, um die sich jemand kümmern muss, falls Ihnen etwas zustößt. Und früher oder später müssen Sie vielleicht für Ihre Ehepartnerin, Ihren Ehepartner oder einen anderen engen Angehörigen sorgen oder nach deren Ableben ihren Nachlass regeln.

Niemand kann einem den Schmerz ersparen, der mit diesen Ereignissen einhergeht, aber wenn Sie ein bisschen vorausplanen, können Sie unnötige Schwierigkeiten und unnötigen Stress verhindern. Beim Erstellen eines Testaments konzentrieren sich viele von uns auf monetäre und andere „angreifbare“ Vermögenswerte. Aber was ist mit Social-Media-Konten? Oder E-Mail-Adressen? Oder den unzähligen Online-Konten, die wir in unserem täglichen Leben verwenden?

Ein „digitales Testament“, das Passwörter und andere wichtige Online-Daten enthält, kann denjenigen, die Ihren Nachlass regeln, eine große Hilfe sein – oder Ihnen, falls Sie den Nachlass einer anderen Person regeln müssen.

Wer braucht ein digitales Testament?

Wir alle brauchen wohl ein digitales Testament, da sich heutzutage ein großer Teil unseres Lebens online abspielt. Ob Internetbanking, das Zahlen von Rechnungen oder eines Kredits, das Management von Kapitalanlagen oder einfach nur der soziale Kontakt mit Freunden und Verwandten – jeder von uns besitzt zahlreiche Online-Konten, von denen er tagtäglich Gebrauch macht.

Aber wenn wir unsere Angelegenheiten nicht rechtzeitig in Ordnung bringen, wird die Person, die unsere letzten Wünsche erfüllen soll oder sich um unsere Konten kümmern muss, womöglich von einem Durcheinander überwältigt. Viele Unternehmen, bei denen wir Online-Konten besitzen, haben nicht genau geregelt, was im Todesfall geschehen soll, was zu langen Wartezeiten und aufreibenden Situationen führen kann. Oft wird man unzählige Male von einer Person zur nächsten weitergereicht, nur um ein Passwort zurückzusetzen oder Zugriff auf ein Konto zu erhalten.

An dieser Stelle ist ein digitales Testament von unschätzbarem Wert. Sie brauchen unter Umständen eines, wenn:

  • Sie im Internet sehr stark präsent sind und sichergehen möchten, dass diese Präsenz Ihren Wünschen entsprechend gehandhabt wird.
  • sich Ihre bessere Hälfte nach Ihrem Ableben um alltägliche Angelegenheiten wie einen Kredit oder Rechnungen kümmern muss.
  • Sie ein Unternehmen führen und Passwörter für wichtige Firmenkonten besitzen, die beglichen oder an andere Personen übergeben werden müssen, falls Ihnen etwas zustößt.
  • Ihre Eltern oder andere enge Angehörige schon etwas älter sind und eventuell bei der Kontoverwaltung und ihren letzten Wünschen Hilfe brauchen.
  • Sie Ihr Vermögen online verwalten und dafür sorgen müssen, dass eine Person, der Sie vertrauen, später die Verantwortung für Ihre Konten bekommt.

Sämtliche Online-Konten dokumentieren

Es ist sehr schwierig, Zugriff auf das Konto einer nahestehenden Person zu erlangen, wenn man im Vorhinein nicht über die nötigen Informationen und Passwörter verfügt.

Wenn Sie jemandem eine Vollmacht oder eine ähnliche Bevollmächtigung erteilen bzw. eine solche von einer anderen Person erhalten, sollten Sie sofort eine Bestandsaufnahme aller Websites und Online-Konten machen. Notieren Sie den Namen der Website, die Internetadresse, den Benutzernamen, das Passwort und alle anderen relevanten Informationen wie Sicherheitsfragen und -antworten, PIN- oder Sicherheitscodes und Kontonummern. Wenn die Zwei-Faktor-Authentifizierung für ein Konto aktiviert ist, muss dies ebenfalls vermerkt werden (mit einer Anleitung, wie die Anmeldung funktioniert).

Stellen Sie daraufhin sicher, dass die Person Ihres Vertrauens weiß, wo dieses digitale Inventar zu finden ist und wie es zu verwenden ist.

Andere wichtige Informationen nicht vergessen

Unser digitales Leben umfasst mehr als nur Benutzernamen und Passwörter. Vergessen Sie Folgendes nicht:

  • Passwörter für Ihre Computer
  • PIN-Codes oder Passwörter für Ihre Tablets und Smartphones
  • PIN-Code für Ihre Mailbox
  • PIN-Codes und Kontonummern bei Ihrer Bank
  • Kundenkarten, Mitgliedsnummern und Geschenkkarten
  • Krankenausweis- und Versicherungsnummern
  • WLAN-Passwörter
  • automatisch verlängerte Abonnements inklusive Zahlungsart

Und unzählige andere kleine Details. Organisieren Sie all diese Daten an einem Ort – in Ihrem digitalen Testament –, damit Ihre Angehörigen wissen, wie sie sich später in Ihrem digitalen Leben zurechtfinden können, um Ihre Rechnungen zu begleichen, Ihre Abonnements zu kündigen und Ihre letzten Wünsche zu erfüllen.

Wenn möglich digitale Erben ernennen

Manche Websites haben Prozesse eingeführt, mit deren Hilfe Sie einen digitalen Erben festlegen können. Diese Vertrauensperson ist dann berechtigt, gemäß Ihren letzten Wünschen zu handeln. Geben Sie in Ihrem digitalen Testament unbedingt an, falls Sie diese Funktion auf einer Ihrer Websites aktiviert haben. Folgende Websites bieten Ihnen unter anderem die Möglichkeit, einen digitalen Erben zu ernennen:

  • Google verfügt über einen Kontoinaktivität-Manager, bei dem Sie bis zu zehn Vertrauenspersonen bestimmen können. Diese Kontakte werden benachrichtigt, falls Ihr Konto für eine bestimmte Zeit inaktiv ist, und erhalten (mit Ihrer Zustimmung) Zugriff auf Ihre Daten.
  • Auf Facebook können Sie einen Nachlasskontakt ernennen, der Ihr Profil in den Gedenkzustand versetzen kann.
  • Auch auf Instagram lassen sich Konten in den Gedenkzustand versetzen, nachdem Sie die erforderlichen Schritte ausgeführt haben.

Leider bieten nicht viele Webdienste einen automatisierten Prozess an, um die Konten Verstorbener zu verwalten; daher ist es unbedingt erforderlich, dass Ihre digitalen Erben auf Ihre Passwörter zugreifen können.

Die Lösung: ein Passwort-Manager

Ein digitales Testament ist unentbehrlich, kostet jedoch Zeit. Eine Methode, die den Prozess vereinfacht und automatisiert, ist die Verwendung eines Passwort-Managers: Dort können all diese Daten an einem einzigen, sicheren Ort erfasst werden. Ein Passwort-Manager wie LastPass dient als sicherer „Aufbewahrungsort“ für Ihre Website-Konten sowie die Benutzernamen und Passwörter für den Zugriff darauf. Außerdem lassen sich dort auch andere wichtige Informationen speichern und sogar Dokumente und Fotos hochladen, die sicher verwahrt werden sollen.

Bei LastPass können Sie einen Kontakt für den Notfallzugriff auf Ihr LastPass-Konto bestimmen. Das bedeutet, dass eine Person Ihres Vertrauens Zugriff auf Ihren Vault anfordern kann, falls Sie dazu nicht mehr in der Lage sind.

LastPass übernimmt im Wesentlichen die Rolle Ihres digitalen Testaments – Sie können einen digitalen Erben festlegen, und im Fall des Falles wird dieses digitale Testament mit all Ihren Passwörtern und wichtigen Daten automatisch und sicher an diese Person übergeben. Dabei profitieren Sie nicht nur von einem praktischen Passwort-Manager, der Ihre Passwörter speichert und Ihnen die Anmeldung bei Ihren Online-Konten erleichtert, sondern auch von dem sicheren Gefühl, dass Ihre Liebsten auf die benötigten Informationen zugreifen können, sollte es erforderlich werden.

Machen Sie Ihr digitales Testament jetzt zu Ihrer Priorität

Natürlich können Sie sich an einem Samstagnachmittag Schöneres vorstellen, als Ihr digitales Testament zu erstellen, aber wenn Sie sich jetzt die Zeit dafür nehmen, ersparen Sie Ihren Liebsten später Stress und unvorhersehbare Komplikationen. Wenn Sie diesen Artikel lesen und sich an unsere Empfehlungen halten, werden Sie und Ihre Angehörigen das Gefühl haben, besser auf die Zukunft vorbereitet zu sein. Und nachdem Sie die nötigen Vorkehrungen getroffen haben, lässt sich Ihr digitales Testament in Folge leichter auf dem aktuellen Stand halten.